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Kunst und Kultur

Reise zu den Inseln: Ein mythischer Anfang

4. März 2025

Reise zu den Inseln: Ein mythischer Anfang

Dieses Wandgemälde erzählt die imaginäre Geschichte des Dheyvee-Volkes, der ersten Siedler der Malediven, und verwebt ihre Ankunft und Lebensweise zu einem lebendigen Gewebe aus Mythos, Natur und Gemeinschaft.

Titel: Reise zu den Inseln: Ein mythischer Anfang Künstler: Afzal Shaafiu (Afu), MA Fine Art Ort: Hoba Deck Wall, Oaga Art Resort, Malediven Abmessungen: 26 x 9 Fuß Dauer: 18 Tage Jahr: Januar 2025

Ankunft auf den Wellen

Oben rechts auf dem Wandbild reisen die Siedler über einen endlosen Ozean, getragen nicht von künstlichen Schiffen, sondern auf dem Rücken einer majestätischen Lederschildkröte, die sie durch unbekannte Gewässer führt. Über ihnen schweben weißschwanzige Tropikvögel (Dhandifulhu dhooni), deren eleganter Flug den Weg ins gelobte Land weist. Dies erinnert an alte Mythen von Seefahrern, die Vögeln folgten, um neue Küsten zu entdecken, und spiegelt Traditionen wider, die Küstengemeinden im gesamten Indischen Ozean teilen.

 
Stürme und Geister

Der Monsun tobt mit voller Kraft – ein Sturm aus Regen und Wind, der das Leben auf den Inseln bestimmt. Unter einem riesigen Maniokblatt (ala faiy) sitzt der Mystiker (kiyevelibey) der Gemeinschaft, eine gefürchtete und verehrte Figur, die die Welt der Sterblichen und die der Geister verbindet. Seine Augen weiten sich, als er Vigani entdeckt, einen für andere unsichtbaren Meeresdämon, der am Rande des Sturms lauert. Diese Bilder entsprechen der Folklore aus Sri Lanka, Südindien und darüber hinaus, wo das Meer die Heimat von Geistern ist – manchmal Beschützer, manchmal Versucher.

 
Sterne und glückverheißende Momente

Oben in der Mitte blickt der Astrologe zum Himmel und zeigt auf eine Konstellation, die den glückverheißenden Moment markiert. Die ewigen und unveränderlichen Sterne bestimmen den Rhythmus des Lebens der Dheyvee – ein Spiegelbild der tiefen Verbindung zur Astrologie in tamilischen, singhalesischen und südostasiatischen Kulturen, wo die Konstellation der Himmelskörper Zeremonien, Reisen und Rituale bestimmt.

 
Feuer, Gemeinschaft und Gastfreundschaft

Im Zentrum des Wandgemäldes lodert ein Lagerfeuer, dessen Wärme die Gemeinschaft zusammenführt. Um das Feuer versammeln sich die Menschen, um Geschichten zu erzählen, zu lachen und ihre Traditionen zu pflegen. Ein Mann im Vordergrund lädt den Betrachter ein, sich dem Kreis anzuschließen – eine Geste maledivischer Gastfreundschaft, bei der jeder Gast wie ein Familienmitglied behandelt wird. Junge Frauen nähern sich mit Gaben und verkörpern damit eine uralte Tradition der Begrüßung mit Speisen und Getränken. Selbst eine neugierige Ziege, Symbol des häuslichen Lebens, beugt sich vor, gespannt darauf, den Neuankömmling zu begrüßen.

Matriarchat und Harmonie mit der Natur

Links steht eine Frau mit ruhiger Autorität – das Oberhaupt der Gemeinschaft in dieser matriarchalischen Gesellschaft, wie es die maledivische Folklore oft andeutet. Sie ist umgeben von üppiger Flora und Fauna, von hoch aufragenden Palmen bis hin zu zarten Wedeln, was die Einfachheit und Selbständigkeit der Lebensweise des Dheyvee-Volkes widerspiegelt.

 
Verbindungen zu Kumari Kandam und alten Zivilisationen

Legenden von Kumari Kandam, einem mythischen verlorenen Land, stimmen mit der Geschichte des Dheyvee-Volkes überein. Kumari Kandam, das in alten tamilischen Mythen verwurzelt ist, soll ein versunkener Kontinent gewesen sein, der Afrika, Indien und Madagaskar verband. Obwohl die moderne Wissenschaft dies als geologische Realität entlarvt hat, besteht die Idee weiterhin als kulturelles Symbol eines gemeinsamen Erbes. Das Wandbild zieht auch Parallelen zu Folklore aus dem gesamten Indischen Ozean: tamilische und singhalesische Geschichten über versunkene Länder, südostasiatische Mythen wie das javanische „Atlantis des Ostens“ und Geschichten der Swahili-Küste über versunkene Städte und Meeresgeister. Die Themen Navigation, Astrologie und Matriarchat heben gemeinsame Motive dieser alten Seefahrerkulturen hervor und unterstreichen ihre Verbundenheit durch Seefahrt und Handel.

Das Herz des Wandgemäldes

Dieses Wandgemälde ist nicht nur eine Darstellung der imaginären Vergangenheit des Dheyvee-Volkes – es ist eine Würdigung der dauerhaften Beziehung der Menschheit zu Natur, Mythologie und Gemeinschaft. Durch die Vermischung kultureller Fäden aus Südasien, Südostasien und Ostafrika lädt es die Betrachter ein, in die Flammen des Lagerfeuers zu treten und den Herzschlag einer zeitlosen, vernetzten Zivilisation zu spüren.

Das Obige ist ein Original von Afzal Shaafiu
Über den Künstler

Afu wurde 1975 in Malé, Malediven, geboren und ist seit seinem 18. Lebensjahr als Künstler tätig. Er hat eine Ausbildung im Grafikdesign absolviert und war zu Beginn seiner Karriere eine treibende Kraft in der Werbebranche. 2010 verlagerte er seinen Schwerpunkt ganz auf die bildende Kunst. Seine Arbeiten wurden in über 57 Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt, darunter Gruppen- und Einzelausstellungen. Neben lokalen und internationalen Kunstsammlern sind mehrere seiner Werke Teil der Dauerausstellungen der National Art Gallery of Maldives und des Fukuoka Asian Art Museum in Japan. Afu erhielt 2014 den Maldives National Award of Recognition for Visual Arts. Er hat einen Master-Abschluss in Bildender Kunst von der Bath Spa University in Großbritannien. Derzeit lebt und arbeitet er in Malé, Malediven.