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AUSSTELLUNGSKATALOG 2025-2026

Malediven; Eine einfache Geschichte

VGV 109

Afzal Shaafiu (Afu)

Kulagé

Lerne den Künstler kennen

Afzal Shaafiu (Afu)

Lerne den Künstler kennen

Afu wurde 1975 in Malé auf den Malediven geboren und ist seit seinem 18. Lebensjahr als Künstler tätig. Nach seiner Ausbildung zum Grafikdesigner war er zu Beginn seiner Karriere eine treibende Kraft in der Werbebranche. Aus seiner 13-jährigen Tätigkeit bei der Post der Malediven stammen mehrere maledivische Briefmarken. Parallel dazu war er künstlerisch tätig und trug maßgeblich zur Entwicklung der Kunstszene auf den Malediven bei. Im Jahr 2010 verlagerte er seinen Fokus ganz auf die bildende Kunst. Seine Arbeiten, die sich mit sozialen, politischen und ökologischen Themen befassen, wurden in Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland gezeigt, unter anderem in Malaysia, China, Indien, Sri Lanka, Mauritius, Japan, Deutschland, Tansania, den USA, Singapur und Großbritannien. Einige seiner Werke befinden sich in der ständigen Sammlung der National Art Gallery of Maldives. 2014 erhielt er den Maldives National Award of Recognition for Visual Arts. Nach seinem mit Auszeichnung abgeschlossenen Master of Fine Arts an der Bath Spa University (UK) im Jahr 2020 konzentriert er sich nun auf die Schaffung von Kunst, die Bewusstsein und geistiges Wohlbefinden reflektiert. Derzeit lebt und arbeitet er in Male', Malediven.

Instagram:
@afumeeha
https://www.instagram.com/afumeeha/

Website:
www.afushaafiu.com
https://www.afushaafiu.com/

Kontakt:
afumeeha@gmail.com

Farbe ohne Namen: Eine poetische Topographie der Wahrnehmung

In „Colour Without Name“ verwende ich Farbe nicht zur Beschreibung, sondern um sie zu hinterfragen und von der erkennbaren Darstellung abzuheben. Für mich ist Farbe kein Ersatz für etwas anderes; sie ist kein Himmel, kein Baum, nicht einmal eine Erinnerung, sondern eine Möglichkeit, die Welt direkt zu erfahren. Mich interessiert, was passiert, wenn Farbe aus ihrer üblichen Rolle der Darstellung herausgelöst und als Gefühlsfeld für sich selbst existieren kann.

Mein Prozess beginnt mit dem Sammeln von Farben aus dem täglichen Leben. Es kann Sonnenlicht sein, das auf eine Topfpflanze neben einer Betonwand fällt, die Kombination einer Tasse mit bunten Tellern auf einem Tisch oder das Zusammentreffen von Meer und Himmel in der Abenddämmerung. Ich verdichte diese Begegnungen zu Farbstreifen, ähnlich wie aus der Erfahrung gerissene Fragmente, und verwende sie als Paletten. Einmal im Gemälde platziert, verschwindet der ursprüngliche Kontext. Was mich interessiert, ist, ob diese Farben noch Spuren ihrer
erste Stimmung oder Empfindung, selbst wenn sich die Form völlig verändert hat. Gleichzeitig weiß ich, dass jeder Betrachter anders reagiert, da Farbe immer durch die Filter von Erinnerung, Kultur und Emotionen geht.

Die Form findet in meinen Werken durch einen Prozess statt, der sich jeglicher Kontrolle entzieht. Ich beginne mit großen Zeichnungen zufälliger Formen, die ich schnell und gedankenlos anfertige, um nicht in bewusste Komposition abzugleiten. Anschließend zerschneide ich sie in kleinere Fragmente, jedes mit seinem eigenen zufälligen Gleichgewicht, und zeichne sie auf Tafeln neu. Auf diese Weise bleibt der Zufall erhalten, und das Bild wird nicht zu absichtlich oder vorbestimmt.

Diese Bilder bieten keine Antworten; sie verharren in der Ungewissheit. Sie fragen: Was wäre, wenn Farbe von der Repräsentation befreit wäre? Was wäre, wenn man sie als Präsenz erfahren könnte, als Energie, die zwischen uns fließt, als Wetter, das unsere Stimmungen verändert, als Puls, den man im Körper ebenso spürt wie im Auge? Für mich verhält sich Farbe wie all das: instabil, lebendig und jenseits der Sprache. Sie verweilt, verunsichert, tröstet und weigert sich, still zu bleiben. Und vielleicht fühlt sie sich gerade in dieser Weigerung am lebendigsten an.

" Ich wurde dazu inspiriert, eine Serie zu gestalten, die sich auf das Beobachten und Wertschätzen der uns umgebenden Farben konzentriert. Für mich war es eine Gelegenheit, mit einer Serie zu experimentieren, die ich schon lange realisieren wollte. "

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